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3. Dezember 2007

Vergleichstest: Mercedes-Benz C 220 CDI (W203) gegen
Mercedes-Benz C 220 CDI (W204)

Seit März ist sie auf dem Markt: die neue Mercedes-Benz C-Klasse. Im Vergleichtest mit dem Vorgänger muss die Mittelklasse-Limousine beweisen, was sie besser kann.

 

su. Grösser und breiter als der Vorgänger und erstmalig in der Geschichte von Mercedes-Benz mit zwei Gesichtern präsentiert sich die neue C-Klasse. Während die Classic und Elegance-Ausführungen den Stern traditionstreu weiterhin auf der Haube tragen, trägt die Avantgarde-Version den Stern mitten im Kühlergrill. Die XXL-Grösse ist auf den ersten Blick gewöhnungs-bedürftig. Aber die bullige Optik ist durchaus gewollt. Sie soll eine klare Abgrenzung zur klassisch-eleganten Variante ziehen und verstärkt jene Kunden ansprechen, denen der Auftritt des Vorgängers bis anhin zu filigran und gutmütig erschien. Nicht ganz so experimentierfreudig zeigten sich die Designer am Heck. Das Design der Leuchten ist unauffällig und unspektakulär ausgefallen.

 

 

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Grösser, breiter, schwerer: die neue C-Klasse als Avantgarde-Ausführung.

 

 

Der Vorgänger (Baureihe W203) zeigt auch nach 7 Jahren eine der schönsten und konsequentesten Interpretationen der klassischen Mercedes-Benz Stufenheck-Limousine. Wie aus einem Guss führt die Linie von der Front bis zum Heck. Runde Klarglasscheinwerfer zeichnen an der Front die vielleicht eleganteste Interpretation des Vieraugengesichtes. Einen Kontrast zur freundlich wirkenden Frontoptik bilden die zugespitzten Dreizackleuchten am Heck: dynamisch und ausdrucksstark betonen sie die Pfeiloptik der ganzen Karosserie.

 

Dreht man den Zündschlüssel in der neuen C-Klasse um, offenbart sich der erste grosse Unterschied. Das neue 2,2-Liter-Triebwerk läuft leise und kultiviert, während der Vorgänger spürbar knurriger tönt. Ein beherzter Tritt auf das Gaspedal katapultiert den Neuen mit einer derartigen Wucht nach vorne, das einem schon nach den ersten Metern das Grinsen im Gesicht steht. Das Plus an PS und Newtonmetern spürt man auf Anhieb. Der Motor der neuen C-Klasse zeigt sich sehr früh sehr leistungsbereit und tritt im unteren und mittleren Drehzahlbereich mit beeindruckender Vehemenz an. Die Schaltwechsel laufen schnell und harmonisch ab. Um bei dieser Kraftentfaltung mitzuhalten, muss man im W203 schon in den Sportmodus schalten. Dort zeigt auch er ein souveränes Ansprechverhalten, wobei der Motor bis Tempo 50 akustisch stets präsenter ist.

 

 

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Schiebt mit beeindruckender Vehemenz nach vorn: der neue, kräftigere 2,2-Liter-Dieselmotor.

 

 

Beide Karosserien sind verwindungssteif und frei von Knister- und Klappergeräuschen. Das Direct Control Fahrwerk der alten C-Klasse ist perfekt ausbalanciert und bietet einen sehr guten Kompromiss aus Sportlichkeit und Komfort. Der C220 liegt satt in der Kurve und folgt jedem Lenkeinschlag direkt. Die grössere und schwerere neue C-Klasse neigt mitunter zum leichten Aufschaukeln und lässt sich mit dem Serienfahrwerk nicht ganz so präzise um die Kurven steuern, wie der Vorgänger. Negativ fallen zudem die schwammige Lenkung und die weiche Bremspedalerie auf.

 

Im Innenraum überzeugt der alte W203 mit einem ansprechenden Cockpit. Die weiss beleuchteten, chromumrandeten Rundinstrumente sind schön anzusehen und leicht ablesbar. Die Mittelkonsole ist aufgeräumt, alle Schalter sind da, wo sie hingehören. Lediglich der  Bildschirm des Comand-Navigationsystems sitzt etwas zu tief. Die dunkle Armaturenverkleidung in der neuen C-Klasse fühlt sich dagegen billig an und ist tief nach unten gezogen, im Bereich der Mittelkonsole sogar bis hinunter zur Klimabedieneinheit. Wo früher Edelholz oder Aluoptik für Zier sorgten, plankt heute unansehnlicher Kunststoff. Das Kombiinstrument mit den drei dick umrandeten Anzeigen wirkt kalt und steril. Dasselbe gilt für die freundlos gestalteten Tasten in Kunststoffoptik am Lenkrad und in der Mittelkonsole.

 

 

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Raum für Verbesserungen: Das Cockpit der neuen C-Klasse wirkt kühl und emotionslos.

 

 

Die höher positionierte, ausklappbare Navigationseinheit mit verbesserter Karten- und Radiostationsanzeige ist so ziemlich das einzige, was die Mercedes-Designer im Innenraum der neuen C-Klasse besser gemacht haben. Was viele, vor allem jüngere Fahrer schwarz ärgern wird, ist der Sound, der aus den Boxen strömt. Ihm fehlen auch bei höchster Reglereinstellung schlichtweg die Bässe und die Beats. Die im Vorgänger verbaute starke Comand-Musikanlage konnte das viel besser. Völlig unproblematisch hingegen die Bedienung des zentralen Drehreglers neben dem Wählhebel. Mit ihm lassen sich alle Funktionen der Multimedia- und Navigationseinheit ansteuern. Die wichtigsten Einstellungen wie die Wahl des Radiosenders oder die Eingabe des Reiseziels gelingen auch ungeübten Fahrern nach kurzer Zeit ganz intuitiv.

 

Vorne bieten beide Modelle einen bequemen Einstieg. Die Sitze sind gut gepolstert und überzeugen mit ausreichendem Seitenhalt, wobei die ältere C-Klasse ausgerüstet mit den empfehlenswerten, optionalen Multikontursitzen mit aufblasbaren Seitenwangen, Lordosenstütze und Knieauflage in diesem Test ausser Konkurrenz fährt. Der Einstieg in den Fond ist bei beiden Fahrzeugen sehr eng. Drinnen punktet die neue C-Klasse mit mehr Kopf- und Kniefreiheit.

 

Fazit

 

Die alte C-Klasse setzt mit souveränem Antrieb, sportlicher Fahrdynamik, gutem Komfort und gediegenem Ambiente im Innenraum die Messlatte hoch. Auch die neue C-Klasse leistet sich ausser dem nüchtern gestalteten Innenraum keine wirklichen Schwächen. Abgesehen vom neuen, kräftigeren und geräuscharmen Dieselmotor zeigt sie gegenüber dem Vorgänger aber auch keine nennenswerten Stärken. Die Entscheidung zur neuen C-Klasse dürfte also hauptsächlich aufgrund optischer Präferenzen fallen. Den Besitzern der Vorgängerversion bleibt die Gewissheit, ein schönes und gutes Auto zu fahren, das sich vor dem Nachfolger nicht zu verstecken braucht.

 

 

 

 

 

 

 

 
 
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