10. Dezember 2007
Fahrbericht: Mercedes-Benz B 200 CDI
Mit der im Juni 2005 lancierten B-Klasse hat Mercedes-Benz eine neue Fahrzeugkategorie eingeführt: den Sports Tourer. Er soll die Kompaktheit einer A-Klasse mit dem Stauraum eines C-Klasse-Kombis verbinden. Wir haben das Dieseltopmodell B 200 CDI mit 6-Gang-Schaltgetriebe getestet und klären, ob das junge Mitglied der Sternfamilie das Zeug zum Sieger hat.
su. Ein Van - das klingt nicht besonders sexy. Steht man aber vor der B-Klasse, ist man angenehm überrascht. Die B-Klasse vermittelt aus jeder Sicht eine Frische und Eleganz, die vielen anderen Mitbewerbern fehlt. Gerade richtig für Menschen, die Wert auf Kompaktheit und Variabilität legen und auf Design nicht verzichten wollen.
![]() |
|
Kombiniert Design und Variabilität: die B-Klasse von Mercedes-Benz. |
Motor und Getriebe sind schräg vor und unter der Fahrgastzelle angeordnet. Diese aus der A-Klasse bekannte Sandwich-Bauweise offenbart beim Einstieg gleich den wichtigsten Vorteil: den grosszügigen Innenraum. Der Kofferraum umfasst 544 Liter, mit umgeklappten Rücksitzlehnen und flachgelegtem Beifahrersitz werden daraus 1645 Liter. Wer noch mehr Stauraum benötigt, ordert gegen einen geringen Aufpreis das EASY-VARIO-Paket. Damit können Beifahrersitz und Rücksitzlehnen komplett ausgebaut und der Stauraum auf königliche 2245 Liter maximiert werden.
Der B 200 CDI beeindruckt mit einem Drehmoment von 300 Nm, welches im unteren und mittleren Drehzahlbereich konstant anliegt. Damit absolviert man den Spurt von Null auf Hundert in unter 10 Sekunden. Dank guter Motordämmung läuft der Diesel angenehm leise und drehfreudig. Bedingt durch die hohe Konstruktion dringen bei Autobahnfahrten jedoch leichte Windgeräusche aus dem Bereich der Frontscheibe und den Aussenspiegeln nach innen. Das Getriebe lässt sich für Mercedesverhältnisse leicht und unhakelig schalten. Der angenehme Tempomat ist beim Schaltgetriebe leider nur gegen Aufpreis zu haben.
![]() |
|
Guter Eindruck: der Innenraum vermittelt ein angenehmes Gefühl. |
Abzüge gibt es beim Handling: Die Lenkung füllt sich schwammig an und schnelle Richtungswechsel quittiert die B-Klasse mit einem Aufschaukeln der Karosserie. Pluspunkte gibt es beim Verbrauch: Bei Tempo 100 pendelt sich der Durchschnittswert bei 5.5 Litern ein, fährt man 30 km/h schneller, dann liegt der Verbrauch mit 5.9 Litern immer noch unter 6 Litern.
Der Innenraum macht einen angenehmen Eindruck. Die Instrumente sind leicht abzulesen, die Schalter gut bedienbar. Etwas störend wirken die orange-farbene Ziffernbeleuchtung des Reiserechners und des Radios, welches bei Sonneneinstrahlung zudem unangenehm blendet. Für Ambiente sorgen in den Türfeldern und seitlich an der Mittelkonsole wahlweise Holz- oder Aluapplikationen. Die Sitze überzeugen mit ausreichendem Seitenhalt und manuell einstellbarer Lordosenstütze. Aufgrund der hohen Sitzposition hat man als Fahrer stets einen guten Überblick, zusätzlich begünstigt durch die ohnehin gute Rundumsicht der Karosserie.
![]() |
|
Mit bis zu 2245 Liter Stauraum bietet die B-Klasse Platz wie ein Kombi. |
Die B-Klasse ist ein idealer Reisebegleiter für den Alltag. Sie punktet mit hoher Variabilität, grossem Stauraum und gutem Überblick. Ausgerüstet mit dem 2,0-Liter-Dieselmotor fährt es sich zudem dynamisch und obendrein sehr sparsam. Für sportliche Ausflüge ist der Sports Tourer aber nicht der richtige Partner. Hier schlagen der hohe Fahrzeugschwerpunkt und die weiche Lenkung negativ zu Buche.
Die B-Klasse ist serienmässig mit vier Airbags, ESP, Klimaanlage und
elektrischen Fensterhebern vorne ausgestattet. Kaufinteressenten seien
auf die Modellpflege im Frühling 2008 hingewiesen. Die optischen,
technischen und qualitativen Verbesserungen werden die B-Klasse dann
noch schöner erstrahlen lassen.





