21.Oktober
Vergleichstest: Mercedes
SLK 280 gegen
Mercedes CLK 280 Cabriolet![]()
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Der eine ein sportlich-akzenturierter Roadster, der andere ein komfortabler, eleganter Viersitzer. Mit den Sechszylindern SLK 280 und CLK 280 treten zwei attraktive offene Automobile aus gleichem Hause gegeneinander an. Wer den Sieg davon trägt, klärt unser Vergleichstest.
su.
Die Front des CLK mit dem großen Lamellen-Kühlergrill und der
dynamischen
Formgebung der ineinander verschmolzenen Doppel-
scheinwerfer, erinnert
stark an den Mercedes SL und ist damit fast schon wieder ein Zeichen
von Exklusivität. Denn das mandelförmige Zwei-Augengesicht, welches
den SLK kennzeichnet, ist ein Design-Phänomen, das mittlerweile fast
bei der gesamten Mercedes-Modellpalette von der A- und B- über die
neue C-Klasse bis hin
zur S- und CL-Klasse Einzug hält. Immerhin: die Formel-1-Nase bewahrt
dem SLK eine klare optische Eigenständigkeit.
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Formvollendetes Design beim vierplätzigen CLK-Cabriolet. |
Im Innenraum des CLK findet der Fahrer ein wohnliches Mercedes-Ambiente vor. Das Kombiinstrument mit der grossen Analoguhr und den aus der E-Klasse stammenden kleinen Zeigern der Geschwindigkeitsanzeige sind zwar gewöhnungsbedürftig, aber alle Anzeigen lassen sich gut ablesen, und die Bedienelemente liegen leicht erreichbar und logisch platziert an den richtigen Stellen. Dank der in allen Dimensionen gewachsenen Karosserie und des längeren Radstands bietet das Cabriolet seinen bis zu vier Passagieren jetzt deutlich mehr Platz als der Vorgänger. Dies gilt ebenfalls für das Kofferraumvolumen. Mit 390 Liter Fassungsvermögen erreicht der CLK den Bestwert in seiner Klasse.
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Grosszügie Platzverhältnisse im Cockpit der CLK-Klasse und ausgezeichnete Sitze mit Klima- und Heizfunktion. |
Auch im Interieur des SLK findet sich der Mercedes-Fahrer sofort zurecht. Die engeren Platzverhältnisse und die dunklen Cockpit-Verkleidungen, die sich auch bei der Wahl einer hellen Innenraumfarbe nicht ändern lassen, schmälern aber das Wohlgefühl und den Komfort. Dazu tragen auch die Sitze im Roadster bei, die wenig Seitenhalt bieten und bei den Modellen der ersten Produktionsjahre zudem unter schlechter Lederqualität leiden. Empfehlenswert sind deshalb die hochwertigen Nappa- oder designo-Alcantara-Ledersitze, die beim SLK zur Auswahl stehen.
Im CLK erwarten den Fahrer grosszügige, bequeme Fauteuils. Die (aufpreispflichtigen) Multikontursitze verfügen über eine wirksame Lordosenstütze und lassen sich elektrisch in jede noch so beliebige Position verschieben. Mit nassem Hemd bei 25 Grad an den Ledersitzen festgeklebt zu sein, gehört dank klimatisierten Sitzen im CLK der Vergangenheit an.
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Den warmen "Nackenschal" namens Airscarf bietet nur der SLK. |
Mit einem "Nackenschal" aus warmer Luft wird man aber nur im SLK verwöhnt. Das Airscarf genannte Heizsystem ist in den Kopfstützen integriert und sorgt bei kühleren Temperaturen für wohlige Wärme im Kopfbereich. Den fehlenden Airscarf gleicht der CLK mit hohen Seitenfenstern aus, die den Fahrtwind bis 140 km/h vom Innenraum weitgehend fernhalten. Bei geschlossenem Dach spielt der SLK seine Trümpfe aus. Sein Variodach verwandelt ihn in weniger als 25 Sekunden in ein Coupe mit festem Dach. Das klassische Stoffverdeck des CLK ist zwar anfälliger gegen Verdeck-Schlitzer, dank ausgezeichneter Dämmung bewegt sich der Geräuschpegel im Innenraum aber auf gleichem Niveau wie beim Stahldach.
Komfort, Antrieb und Verbrauch
Im Fahrbetrieb überzeugt der CLK mit hoher Souveränität: Selbst heftigste Bodenwellen oder Löcher im Asphalt bügelt das Fahrwerk konsequent weg und die steife Karosserie verhindert dank hohem Anteil an Stahllegierungen jegliches Zittern am Aufbau. Nicht ganz so komod wie im grossen Bruder fährt es sich im SLK: Fahrbahnunebenheiten bleiben dem Fahrer nicht vollständig verborgen und auch bei der Verwindungssteifigkeit der Karosserie kann der kleine Roadster nicht mit dem CLK mithalten.
Der aus der Steifigkeit resultierende Komfortgewinn wird beim CLK zudem von neu entwickelten Achsen und einer überarbeiteten Lenkung unterstützt. Dadurch fährt es sich im Cabriolet nicht nur komfortabler, sondern auch erheblich dynamischer. Flott gefahrene Autobahnabschnitte bereiten ebenso viel Vergnügen wie winklige Kurvenpassagen oder steile Passfahrten.
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Eine lange Front und ein kurzes Heck machen aus dem SLK einen klassischen Roadster. |
Die neue 7-Gang-Automatik schaltet bei beiden Modellen sanft und ruckfrei und passt gut
zum Charakter der Sechszylinder-Modelle. Beiden Modellen stehen 300
Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung. Damit beschleunigt der CLK 280
in 7,8 Sekunden von null auf 100 km/h. 265 kg leichter erledigt der
SLK den gleichen Sprint 1,5 Sekunden schneller.
Für gute Sicht nach vorn sorgen bei beiden Fahrzeugen
aufpreispflichtige Bi-Xenon-Scheinwerfer mit in den Nebelleuchten integriertem
Abbiegelicht. Der CLK kann zusätzlich mit aktivem Kurvenlicht
ausgestattet werden, ein wertvolles Sicherheitsfeature bei nächtlichen
Kurvenfahrten.
Bei den Verbrauchswerten liegen beide Sechszylinder gleichauf. Lediglich im Stadtverkehr genehmigt sich der grössere CLK einen halben Liter mehr Sprit auf 100 km. Das Kostenkapitel gewinnt der SLK deshalb nur wegen seinem niedrigeren Grundpreis. Für den CLK müssen 8900 Fr. mehr ausgelegt werden, wobei die Line Elegance im Preis schon inbegriffen ist.
Die Stärken des CLK liegen im Komfortkapitel beim Raumgefühl, der Verarbeitungsqualität, der Federung und den ausgezeichneten Sitzen. Der SLK punktet mit dem genialen Airscarf-Heizsystem und dem überzeugenden Variodach. Ausserdem hat er - dank geringerem Fahrzeuggewicht - eine bessere Durchzugskraft und niedrigere Kosten beim Grundpreis und bei der Aufpreisgestaltung. Handling, Verbrauch, Getriebe und Laufkultur sind bei beiden Modellen gleichwertig.
Den Sieg trägt am Ende der CLK davon. Er lässt sich seine Vorzüge zwar teuer bezahlen, bietet dafür aber ein vollendetes Open-Air-Fahrgefühl und dank tiefen Stückzahlen und hoher Nachfrage auch sehr gute Wiederverkaufschancen. Aber wer denkt bei einem solchen Auto schon an Wiederverkauf?






